«Legacy of Leaders»: Luca Moser am Future Leaders Forum von European Athletics
Während im Alexander Stadium um EM-Medaillen gekämpft wurde, traf sich wenige Kilometer entfernt die nächste Generation der europäischen Leichtathletik-Funktionärinnen und -Funktionäre. Mit dabei: ILV-Vorstandsmitglied Luca Moser.
Parallel zur Leichtathletik-EM in Birmingham fand vom 13. bis 16. August das European Athletics Future Leaders Forum statt – in seiner 20. Austragung. Über 65 junge Persönlichkeiten aus dem Sport aus 44 europäischen Leichtathletikverbänden nahmen teil.
Eröffnet wurde das viertägige Programm am Donnerstag von European-Athletics-Präsident Dobromir Karamarinov und World-Athletics-Präsident Sebastian Coe. In Masterclasses beleuchteten die Teilnehmenden Führungsthemen aus allen Bereichen der Leichtathletik – von Kommunikation und Marketing über Eventorganisation bis zu Verbandsstrukturen und Nachhaltigkeit. Zum Abschluss brachte der Anlass «Legacy of Leaders» am Sonntag ehemalige und neue Teilnehmende sowie Mitgliedsverbände zusammen und die Möglichkeit erarbeiteten Ideen mit dem Board von European Athletics zu teilen.
Das Forum wurde 2006 in Göteborg als «Young Leaders Forum» ins Leben gerufen und findet seit 2010 alle zwei Jahre im Rahmen der Europameisterschaften statt. Unter dem heutigen Namen ging es erstmals 2024 in Rom über die Bühne. Organisiert wird es von ehemaligen Future Leaders – das erklärte Ziel: Teilnehmende mit Ideen, Kontakten und praxistauglichen Lösungen auszustatten, die sie in ihren Heimatverbänden umsetzen können.
Vom Mittelstreckenläufer zum Verbandsmacher
Luca Moser ist im ILV-Vorstand für die Kommunikation, Sponsoring und Projekte verantwortlich; zusätzlich engagiert er sich im OK von Spitzen Leichtathletik Luzern. Der Weg dorthin führte über die Bahn: Der Luzerner Mittelstreckenläufer startete 2022 an der U18-EM über 400 m, gewann acht Medaillen an Schweizer Meisterschaften und stellte 2023 mit der olympischen Staffel einen ILV-Rekord auf.
Im Gespräch mit Luca Moser
Luca, du warst in Birmingham vier Tage lang mit über 65 jungen Leuten aus 44 Verbänden zusammen. Was hat dich am meisten überrascht?
«Wie ähnlich die Fragen sind, egal wie gross ein Verband ist. Ich bin mit der Erwartung hingereist, dass die grossen Föderationen in einer anderen Liga spielen – und habe dann gemerkt, dass alle mit denselben Themen kämpfen: Ehrenamt, Sichtbarkeit, Nachwuchs, Finanzierung.»
Sebastian Coe (Präsident World Athletics) und Dobromir Karamarinov (Präsident European Athletics) haben das Forum eröffnet. Was ist von diesen Auftritten hängen geblieben?
«Dass die beiden Präsidenten sich für dieses Forum persönlich Zeit nehmen, sagt schon viel über den Stellenwert des Programms.»
Die Schweiz ist ein kleiner Verband, der ILV ein Regionalverband. Wo hast du gemerkt, dass wir bei den Grossen mithalten – und wo nicht?
«Mithalten können wir dort, wo es um Nähe geht: kurze Wege, direkter Kontakt zu Vereinen und Athletinnen, schnelle Entscheide. Klar im Nachteil sind wir bei den Ressourcen – vieles läuft bei uns ehrenamtlich, was anderswo eine bezahlte Stelle ist.»
Wie wichtig ist das Netzwerk, das du dort aufgebaut hast? Bleibt der Kontakt bestehen?
«Das Netzwerk ist für mich der grösste Ertrag dieser vier Tage. Man hat plötzlich Leute in ganz Europa, die man anschreiben kann, wenn man vor einem Problem steht – und die es wahrscheinlich schon einmal gelöst haben.»
Der ILV freut sich, dass mit Luca Moser ein Mitglied des Vorstands am 20. Future Leaders Forum teilnehmen durfte – und dass die Innerschweizer Leichtathletik damit in Birmingham nicht nur auf der Bahn vertreten war.
